
Der US-amerikanische Schauspieler, Filmregisseur und Filmproduzent Robert Redford starb am 16. September 2025 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Sundance im Schlaf. Am 18. August 2026 wäre er 90 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren möchte ich bei Substack, Whatthefilm und gutefrage auf neun Filme mit ihm zurückblicken, die ich mir nach seinem Tod angeschaut habe!
Wer war Robert Redford?
Nach seinem Durchbruch zum Kinostar mit der Komödie Barfuß im Park (1967) festigte er mit weiteren Kultfilmen seinen Ruf als einer der beliebtesten Hollywood-Schauspieler seiner Generation. Dazu zählen Zwei Banditen (1969), Der Clou (1973), Die drei Tage des Condor (1975), Die Unbestechlichen (1976) und Jenseits von Afrika (1985). 2018 war er in der Krimikomödie Ein Gauner & Gentleman unter der Regie von David Lowery in seiner letzten Hauptrolle zu sehen.
Als Regisseur inszenierte er darüber hinaus von 1980 bis 2012 neun Spielfilme. Sein Regiedebüt Eine ganz normale Familie (1980) gewann vier Oscars – darunter für den besten Film, die beste Regie und das beste adaptierte Drehbuch. Zu seinen weiteren Regiearbeiten zählen Quiz Show (1994) und Der Pferdeflüsterer (1998).
Ab 1981 prägte er darüber hinaus das Sundance Film Festival, das bereits 1978 unter einem anderen Namen ins Leben gerufen worden war. Unter seinem maßgeblichen Einfluss entwickelte sich das zunächst kaum bekannte Regionalfestival zu einer der wichtigsten Plattformen für unabhängige amerikanische und internationale Filme. 2002 wurde er für seine Verdienste als Schauspieler, Filmemacher sowie Gründer des Sundance Institutes mit dem Ehrenoscar gewürdigt.
Barfuß im Park (1967)
Zu Beginn reisen wir mit dem Komödienklassiker Barfuß im Park unter der Regie von Gene Saks zurück in die 60er. Der Film entstand auf Basis der gleichnamigen Broadway-Komödie von Neil Simon (Ein seltsames Paar, Eine Leiche zum Dessert).
Ein junges Ehepaar zieht in eine kleine New Yorker Dachgeschosswohnung und muss sich zwischen lebenslustiger Spontaneität und spießiger Vorsicht sowie zahlreichen skurrilen Einmischungen mit den Herausforderungen von Liebe und Ehe auseinandersetzen.
Barfuß im Park ist von einer angenehm leichten Atmosphäre umgeben, die von einem entwaffnend-trockenen Dialogwitz profitiert. Redford und Fonda spielen ihre Rollen dabei mit einer harmonischen Chemie aus, die mitreißend und zutiefst unterhaltsam ist. Allen voran Fonda zeigt sich von einer sehr amüsanten Seite, da sie ihr damaliges Sexsymbol-Image mit Seitenhieben zuspitzt, während Redford im anfänglich ernsteren Kontrast, aber trockenen Schlagabtausch Fonda umso intensiver zum Strahlen bringt. Erst im späteren Verlauf kann auch Redford komödiantische Höhepunkte platzieren. Ebenso sorgen die beiden zentralen Nebenfiguren Ethel Banks (Mildred Natwick) sowie Victor Velasco (Charles Boyer) für irrwitzige Konfrontationen. Gemeinsam mit dem rasanten Gagtempo sorgt die Geschichte so für zahlreiche herzhafte Lacher und brodelnd-beschwingte Unterhaltung.
Insgesamt beläuft sich meine Wertung daher auf 90 von 100 Stufen!
Hinweis: Hier könnt ihr die Verfügbarkeit des Films bei verschiedenen Anbietern einsehen.
So wie wir waren (1973)
Mit So wie wir waren stand Redford neben Barbra Streisand in einem der wichtigsten Liebesdramen der 70er vor der Kamera.
Der Film von Sydney Pollack erzählt die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Menschen, die sich während ihrer Studienzeit kennenlernen und trotz ihrer gegensätzlichen politischen und weltanschaulichen Überzeugungen eine intensive Beziehung eingehen. Im Zentrum steht die wiederholte Annäherung und Distanzierung zwischen der idealistischen Aktivistin Katie und dem charmanten, aber eher unpolitischen Schriftsteller Hubbell.
Das politisch aufgeladene Liebesdrama funktioniert einerseits dank des Schlagabtauschs zwischen seinen beiden Hauptdarstellern, kommt aber auch in Momenten mit wertschätzenden, enttäuschten oder verärgerten Blicken stimmungsvoll zum Tragen. Während Robert Redford teils in einer gleichgültigen Lässigkeit agiert, lässt er dennoch immer wieder seine aufrichtigen Emotionen durchblicken. Im Zusammenspiel mit Barbra Streisands feinfühliger, aber auch wortgewandter Rolle ergibt sich eine disharmonische Liebe, die leidenschaftlichen Charme versprüht. Dabei ist der Film in seinen großen Liebesmomenten hoffnungslos romantisch und in anderen Szenen radikal ehrlich. So findet das Drama ein lebendiges Wechselspiel zwischen einer politisch zerrütteten Ära und einer zunehmend auseinanderlebenden Beziehung. Am Ende steht somit fest, dass sich Gegensätze zwar anziehen, aber manchmal auch wieder aneinander vorbeiziehen.
Kurzum ein Film, der die Grenzen zum Kitsch anvisiert, ohne sich darin zu verlieren.
Von mir 80 von 100 Flugblättern!
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Die drei Tage des Condor (1975)
Mit Die drei Tage des Condor, der ebenfalls unter der Regie von Sydney Pollack entstand, brillierte Redford in einem klassischen Politthriller mit dekonstruktiven Elementen im New-Hollywood-Kosmos.
Die drei Tage des Condor folgen einem unscheinbaren CIA-Mitarbeiter, der in einer Analyseabteilung arbeitet und plötzlich feststellt, dass seine gesamte Einheit unter mysteriösen Umständen ausgelöscht wurde. Auf der Flucht vor unbekannten Verfolgern versucht er herauszufinden, wem er noch trauen kann und warum er selbst ins Visier geraten ist.
Pollacks Politthriller und Agentenfilm nimmt sich in seiner knapp zweistündigen Laufzeit ausgiebig Zeit, um eine bedrückende Atmosphäre aufzubauen. Das fesselnd-charismatische Schauspiel von Robert Redford harmoniert besonders stark im Zusammenspiel mit der zunächst verunsicherten, später jedoch zunehmend sinnlichen Spielweise von Faye Dunaway. Als unterschiedlich angelegte Antagonisten überzeugen wiederum Cliff Robertson und Max von Sydow mit herrlich abgeklärter Miene.
Das Besondere am Film war die zur damaligen Zeit aufkommende Infragestellung von staatlichen Autoritäten, die hier in einem korrupten Konstrukt aus perfiden Machtspielen auf Kosten von Menschenleben agieren. Hierbei behält der Film sein Misstrauen auch über sein Ende hinaus bei, womit der Thriller reichlich Diskussionsstoff bietet. Neben dezent eingesetzten, aber stimmungsvoll choreographierten Actioneinschüben leidet der Klassiker allerdings auch unter ein paar Längen, die von ausgiebigen Dialogen geprägt sind, welche zwar die Atmosphäre intensivieren, jedoch auch die unmittelbare Bedrohung hin und wieder etwas ausbremsen.
Dennoch 70 von 100 Schüssen von mir!
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Staat§anwälte küßt man nicht (1986)
Mit der romantischen Kriminalkomödie Staatsanwälte küßt man nicht von Ivan Reitman geht es nun wieder zurück in romantisch-komödiantische Gefilde.
Ein New Yorker Staatsanwalt gerät mit einer Anwältin aneinander und wird durch sie in ein Geflecht aus Kunstdiebstahl, Versicherungsbetrug und einem alten Brandfall hineingezogen. Dabei kommen sich beide auch persönlich zunehmend näher.
Der Filmklassiker profitiert vom Charme seiner beiden Hauptdarsteller Robert Redford und Debra Winger. Vor allem Winger verhilft dem Film zu einigen romantischen und komödiantischen Momenten im Zusammenspiel mit Redford. Auch wenn der eigentliche Kriminalfall routiniert und spannend inszeniert wurde, hat er mit vereinzelten Längen zu kämpfen, welche wiederum durch die unterhaltsamen Beziehungsmomente zwischen Logan und Kelly ausgeglichen werden.
Daryl Hannah spielt als im Kriminalfall verwickelte Chelsea eine überzeugende weitere Hauptrolle, die über einen Großteil des Films undurchschaubar bleibt. Der 2025 verstorbene Terence Stamp sorgt darüber hinaus als Gegenspieler im Kunst-Kriminalfall für spannungsreiche Zwischenmomente.
Staatsanwälte küßt man nicht ist somit dank seiner Beziehungsstory zwischen Logan und Kelly charmant und amüsant, aber bleibt auch darüber hinaus mit seinem Kriminalfall trotz vereinzelter Längen spannungsgeladen.
Insgesamt vergebe ich 80 von 100 Akten!
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Ein unmoralisches Angebot (1993)
Die zuvor eher leichtfüßig inszenierte Romanze bekommt schließlich mit Ein unmoralisches Angebot (1993) eine verhängnisvolle Note.
Unter der Regie von Adrian Lyne und mit Demi Moore sowie Woody Harrelson in weiteren Hauptrollen wird das Liebesleben von David Murphy und seiner Frau Diana durch das titelgebende unmoralische Angebot dramatisch auf den Kopf gestellt.
Ein in finanzielle Not geratenes Ehepaar lässt sich in Las Vegas auf das Angebot eines Milliardärs ein, der eine Million Dollar für eine Nacht mit Davids Frau Diana bietet.
Trotz nicht durchgehend guter Kritiken und mehrerer Goldener Himbeeren wurde das Werk zu einem internationalen Publikumserfolg. Aus meiner Sicht hat Adrian Lyne hier einen Film geschaffen, der das moralische Dilemma sehr effektvoll einfängt. Obwohl der Film vermehrt die Auswirkungen nach der besagten Nacht aufgreift, bleibt die Kraft der Verführung ein durchgehend dominierender Bestandteil des Films. Dennoch findet man auch zu einem aufrichtig-versöhnlichen Ende zurück.
Schauspielerisch überzeugen die Hauptdarsteller dabei durchgehend. Während Robert Redford seine zwielichtige Rolle durchgehend charismatisch und teils auch mit herzlicher, aber ebenso kalkulierter Präsenz ausfüllt, gelingen Demi Moore und Woody Harrelson sehr glaubwürdige emotionale Momente mit Tiefgang. Dabei scheut sich das packend inszenierte Drama auch nicht vor einer komödiantischen Färbung.
Effektvoll, aber dank seiner glaubwürdigen Hauptdarsteller auch emotional mitreißend inszeniert, findet der Film eine stimmige Balance zwischen packendem Drama und leidenschaftlicher Romanze.
Deshalb 85 von 100 Angeboten!
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Der Pferdeflüsterer (1998)
Mit Der Pferdeflüsterer inszenierte Redford seinen ersten Film, in dem er sowohl Regie als auch eine der Hauptrollen übernahm.
Nach einem schweren Reitunfall ihrer Tochter reist eine entschlossene Redakteurin nach Montana zu einem legendären „Pferdeflüsterer“, um nicht nur ein traumatisiertes Pferd, sondern auch ihre Tochter selbst bei der emotionalen Heilung zu unterstützen.
Der Pferdeflüsterer ist jedenfalls großes Gefühlskino, das sich in seiner opulenten Laufzeit von 169 Minuten viel Zeit für die emotionale Entfaltung seiner Figuren und der Geschichte nimmt. Im Cast sticht dabei vor allem Scarlett Johansson heraus, die mit ihren noch jungen Jahren bereits unter Beweis stellt, dass sie eine anschauliche Emotionspalette glaubwürdig zu bedienen weiß.
Kristin Scott Thomas brilliert vor allem in den emotional aufgeladenen Momenten, während Robert Redford nicht nur als Pferdeflüsterer, sondern auch als empathischer Menschenflüsterer überzeugt. Wie in vielen seiner Filme ist es auch hier Redfords charismatische Präsenz, die mit wenigen, aber effektiven Worten wirkungsvoll und dominierend ihren Platz findet.
Visuell lebt der Film von der herausragenden Kameraarbeit Robert Richardsons, die mit vielen großangelegten Landschaftsaufnahmen die majestätische, aber auch heilbringende Kraft der Natur transportiert. Redfords unkonventionelle Entscheidung, den Film in zwei Bildformate zu unterteilen, mag im ersten Moment ungewöhnlich wirken, sorgt rückblickend aber für eine interessante Bildsprache. Die ersten rund 32 Minuten werden im Seitenverhältnis 1,85:1 präsentiert und wirken in der von mir gesichteten Fassung auf einem 16:9-Bildschirm nahezu wie ein Windowbox-Bild mit schwarzen Balken rund um das Bild. Dies verdeutlicht aus meiner Sicht die bedrückte Grundstimmung der Hauptfiguren. Besonders nach Graces Unfall vermittelt das engere Bild ihre eingeschränkte und bedrückte Gefühlslage sehr gut und fängt zugleich die Beziehungskonflikte zwischen den Figuren gelungen ein. Mit der Reise nach Montana wechselt das Bild nach einem einfachen Schnitt in das breitere Seitenverhältnis 2,35:1, das die nun aufkommende Hoffnung, die besonders für Annie spürbar wird, visuell stimmig transportiert. Zusammen mit der feinfühligen Filmmusik von Thomas Newman und der Geschichte entfaltet Der Pferdeflüsterer so ein besonders sinnliches Filmerlebnis.
Der Pferdeflüsterer ist somit allen Freunden gefühlvoller Western- und Pferdefilme ans Herz zu legen und auch darüber hinaus dank seiner glaubwürdigen und sympathischen Hauptdarsteller, allen voran Scarlett Johansson, Robert Redford und Kristin Scott Thomas, eine Sichtung wert.
Ich vergebe dem Film deshalb 90 von 100 flüsternden Pferden!
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Ein ungezähmtes Leben (2005)
Auch in Ein ungezähmtes Leben ist Redfords Rolle stark naturverbunden.
Inszeniert wurde der Film vom schwedischen Dramaspezialisten Lasse Hallström (Gilbert Grape, Hachiko).
Ein zurückgezogen lebender Rancher in Wyoming wird nach Jahren mit seiner Schwiegertochter und der ihm unbekannten Enkelin konfrontiert, die vor einem gewalttätigen Partner Zuflucht suchen, wodurch alte Spannungen und neue familiäre Bindungen sein Leben verändern.
Der Film ist ein wirkungsvolles Drama geworden, das vor allem im Zusammenspiel von Robert Redford und der erfrischend-frühreifen und selbstbestimmten Becca Gardner vollends aufblüht. Dabei fühlte ich mich zeitweise an den Filmklassiker Der Pferdeflüsterer erinnert. Redfords Gilkyson ist ebenfalls ein kauziger Einzelgänger, in dessen Tiefen ein gerechtigkeitsliebender Mensch brodelt und sich mit seiner Vergangenheit quält. Sowohl der Unfalltod seines Sohnes als auch Mitchs Verletzungen nach dem Angriff eines Bären lasten dabei schwer auf ihm – Verletzungen, die womöglich weniger folgenschwer ausgefallen wären, wenn Einar damals nicht angetrunken gehandelt hätte. Letztlich also eine Paraderolle für Redford, da er sowohl das Eigensinnige als auch den zwischenzeitlich verdrängten warmherzigen Charakter seiner Figur auszuspielen weiß.
Morgan Freeman überzeugt als Gegenpart in einer offenherzig-vermittelnden Rolle, die wie für ihn geschaffen wirkt. Lediglich Jennifer Lopez spielt sich aus meiner Sicht trotz ihrer Hauptrolle im weiteren Verlauf zur Randfigur, die eine zu oberflächliche Brücke zwischen den eigentlich sehenswerten Momenten geblieben ist. Damian Lewis kann hingegen mit seinem kompromisslosen und gewalttätigen Auftreten schon mit wenigen Blicken ein Unbehagen auslösen, das in direkter Konkurrenz zu Redfords Figur jedoch eine begrenzte Wirkung entfaltet.
Darüber hinaus konnte Tiertrainer Doug Seus Bart the Bear II organisch und glaubwürdig in die Handlung einbinden.
Ein ungezähmtes Leben ist somit ein spannender, aber auch dramatisch-aufgeladener Film geworden, der vor allem im Zusammenspiel zwischen Robert Redford, Becca Gardner und Morgan Freeman am stärksten trägt.
Ich vergebe dem Film daher 80 von 100 ungezähmten Bären!
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All Is Lost (2013)
All Is Lost vertraut mit Redford wiederum auf nur einen Schauspieler.
Das Abenteuerdrama entstand unter der Regie von J. C. Chandor (Der große Crash – Margin Call).
Darin ist Robert Redford im Kampf gegen die Naturelemente auf weiter See zu sehen.
All Is Lost fokussiert sich dabei ähnlich wie Cast Away mit Tom Hanks als Survival-Drama gänzlich auf die Zugkraft seines beliebten Hauptdarstellers. Dabei geht All Is Lost allerdings noch einen Schritt weiter, denn während wir in Cast Away auch etwas aus dem Leben der Figur Chuck Noland erfahren, beginnt All Is Lost mit einem verzweifelten Blick voraus und setzt dann acht Tage zuvor an jenem Punkt an, der die erste zu bewältigende Katastrophe einläutet. Über den namenlosen Segler wissen wir hingegen nichts und werden aus meiner Sicht doch in den folgenden gut 100 Minuten emotional von seiner kreativen Überlebensstrategie mitgerissen.
Die Beschränkung auf zwei Handlungsorte und nur einen Schauspieler sowie der weitgehende Verzicht auf Dialoge führen allerdings immer wieder zu vereinzelten Längen. Dennoch gelingt es Redford, dieses Ruder herumzureißen und in actionreich inszenierten Momenten mit vollem Körpereinsatz zu überzeugen. Dabei kommt es dem Film zugute, dass Redford viele der riskanteren Szenen selbst spielte und man so auf die ursprünglich geplanten Stunt-Doubles weitgehend verzichtete. Durch die starke Bindung an Redfords Figur durchlebt man den Film schließlich selbst mit und hofft auf ein Ende, das Film und Figur gerecht wird.
Inszeniert wurde der Film ohne bombastisches CGI-Gewitter; stattdessen setzte man auf sehr naturnahe, authentische sowie subtile Effekte in praktischen Sets mit realem Wasser und einer Kameraarbeit, die das Treiben auf hoher See elegant mitschwingen lässt.
All Is Lost ist damit ein Survival-Drama, das zwischen Action, Spannung sowie ruhigeren Momenten hin und hersegelt. Dank Robert Redfords authentischem Schauspiel und seiner Risikobereitschaft ist es vor allem ein von der Naturgewalt bestimmter Film, der den Zuschauer zu einem hoffenden Mitsegler macht.
Ich vergebe dafür gerne 85 von 100 Wellen!
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Picknick mit Bären (2015)
Der letzte Film meines Listicles entstand unter der Regie von Ken Kwapis (Der Ruf der Wale, Er steht einfach nicht auf Dich).
Ein gelangweilter Reiseschriftsteller wagt sich gemeinsam mit einem körperlich und mental wenig geeigneten alten Bekannten auf die anspruchsvolle Wanderung des Appalachian Trail, was zu zahlreichen Konflikten, aber auch einer überraschend wachsenden Freundschaft führt.
Picknick mit Bären ist eine unterhaltsame Abenteuerkomödie geworden, die vor allem vom herrlich amüsanten Zusammenspiel zwischen Redford und Nolte getragen wird. Während Redford immer wieder emotionale Tiefe beisteuert, ist es vor allem Nick Nolte, der den Film mit trockenem, pointiertem Humor zu bestimmen weiß. Vor allem die Szenen mit sowie rund um Susan McPhail als korpulente Waschsalon-Bekanntschaft Beulah sorgen für irrwitzige Momente. Vor allem dann, wenn Stephen Katz überschwänglich und stolz über seine neue Liebelei berichtet, die allerdings nicht folgenlos bleibt.
Auch Kristen Schaal kann als nervtötende Wanderbekanntschaft Mary Ellen abwechslungsreiche Akzente setzen, welche die Komödie auflockern.
Für die ernsteren Momente sorgt auch Emma Thompson, die schauspielerisch das Grundgerüst für die existenzielleren Fragen bildet, die den Film vor allem zu Beginn begleiten und auch ohne ihr durchgehendes Mitwirken fortwährend durchscheinen.
Überhaupt macht dieser Film vieles richtig, ohne mehr sein zu wollen, als er ist. Es sind die emotionalen Brüche, die in einer Figur wie Stephen im späteren Verlauf sichtbar werden und ihn vom rein kalauergetriebenen Impulsgeber befreien. Ebenso die Abenteuerlust, die auch im höheren Alter noch aufkommen kann und die der Film seinen Figuren nicht abspricht. Am Ende steht jedoch auch die Vernunft über dem bloßen Erreichen des Ziels, während das persönlich definierte Ergebnis höher gewichtet wird als ein perfekter, aber emotional ausgebrannter Abschluss. Eine Erkenntnis, die das Leben und die Gunst des nicht Planbaren auszeichnet und gerade deshalb die dramaturgisch sinnvollste Abrundung von Buchvorlage und Film darstellt.
Picknick mit Bären ist so für mich eine kurzweilig inszenierte Abenteuerkomödie mit unterhaltsamen Schauspielern und einer runden Botschaft, die keinesfalls aufgesetzt erscheint.
Ich vergebe hierfür gerne 85 von 100 Rucksäcken!
Hinweis: Hier könnt ihr die Verfügbarkeit des Films bei verschiedenen Anbietern einsehen.
Am Ende bleibt nur noch mein Dank für diese und viele weitere unvergessliche Filme – lass dich da oben zwischen Paul Newman und Sydney Pollack ordentlich feiern!

